Wasserwerk Niedernhall

Weicheres Trinkwasser für das Kochertal
Im Wasserwerk Niedernhall produziert die NOW seit 2012 frisches Trinkwasser mit reduzierter Wasserhärte.
Behälter der Enthärtungsanlage und des Aktivkohlefilters
Behälter der Enthärtungsanlage und des Aktivkohlefilters
Behälter der Enthärtungsanlage und des Aktivkohlefilters
Das Rohwasser aus 29 Wasserfassungen wird im Wasserwerk Niedernhall (Hohenlohekreis) zentral aufbereitet. Das Wasserwerk ist ein Gemeinschaftsprojekt der Kommunen Forchtenberg, Künzelsau, Ingelfingen, Mulfingen*, Niedernhall, Weißbach, Schöntal und der NOW zur effektiven und nachhaltigen Nutzung der örtlichen Wasservorkommen um die Versorgungssicherheit in der Region zu erhöhen.

Das Rohwasser der örtlichen Brunnen und Quellen weist mit ca. 27 °dH eine hohe Wasserhärte auf. Daher wurde das Wasserwerk mit einer Enthärtungsanlage ausgerüstet, die die Wasserhärte auf 13-14 °dH reduziert. Wie bei anderen NOW-Wasserwerken führten technische und wirtschaftliche Aspekte zur Auswahl des CARIX-Verfahrens zur Wasserenthärtung, welches ein größeres Gebäude erfordert, dafür aber umweltfreundlicher und wirtschaftlicher als andere Varianten ist.
Die Entfernung von natürlichen Trübstoffen, Mikroplastik und Krankheitserregern erfolgt durch eine vollautomatische Ultrafiltrationsanlage. Als Filter kommen poröse Membranen zum Einsatz, der Poren sämtliche Teilchen größer als 0,01 μm (= 0,00001 mm) zurückhalten. Die Poren der Membranen sind somit 7.000 Mal feiner als ein menschliches Haar. Um zu vermeiden, dass im Fall einer schadhaften Ultrafiltrationsmembran Mikroorganismen ins Reinwasser gelangen können, ist als letzter Aufbereitungsschritt zusätzlich eine UV-Desinfektionsanlage installiert. Auf die Dosierung von Chlor kann deshalb verzichtet werden.

Wie bei anderen NOW-Wasserwerken führten technische und wirtschaftliche Aspekte zur Auswahl des CARIX-Verfahrens zur Wasserenthärtung, welches ein größeres Gebäude erfordert, dafür aber umweltfreundlicher und wirtschaftlicher als andere Varianten ist.

 Auf einen Blick:

 
Inbetriebnahme: Oktober 2012
Brunnen und Quellen: 29
Aufbereitungsmenge: ca. 85 l/s Rohwasser
Trinkwasserproduktion: ca. 75 l/s (= ca. 6,5 Mio. Liter je Tag)
Aufbereitungsschritte: 4 (inkl. Enthärtung)
Reduzierung der Wasserhärte: von ca. 27 °dH auf 13-14 °dH
Die Kammern fassen insgesamt 480 m³ Reinwasser, 400 m³ Rohwasser und 450 m³ Prozess- und Spülwasser. Neben dem Wasserwerk befindet sich ein Notstromaggregat mit 400 kVA Leistung. Ein Trafo des Stadtwerks Tauberfranken befindet sich im Außenbereich des Wasserwerks.

Im Wasserwerk Niedernhall wurde bereits in der Planungsphase auf einen energiesparenden Betrieb großen Wert gelegt. Eine Fotovoltaikanlage auf dem Gebäude erbringt sowie eine Turbine in der Eluat-Leitung produzieren jährlich eine Energiemenge von ca. 140.000 kWh und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur regenerativen Energiegewinnung und allgemeinen CO2-Einsparung.

Wie alle von der NOW neu errichteten Wasserwerke verfügt das Wasserwerk Niedernhall über einen sehr hohen IT-Standard und Automatisierungsgrad, welcher einen personallosen/vollautomatisierten Betrieb ermöglicht. Von der NOW-Leitstelle in Crailsheim aus kann das Wasserwerk rund um die Uhr überwacht und ferngesteuert sowie dessen Betriebsdaten ausgewertet werden.

Die technische Konzeption des Wasserwerks basiert auf dem vier Jahre zuvor in Weikersheim-Bronn errichteten ersten NOW-Wasserwerk, dessen Technik sich als äußerst zuverlässig erwiesen hatte. Die Planung und Bauleitung wurde weitgehend durch die eigene Ingenieurabteilung der NOW abgedeckt.


*Die Gemeinde Mulfingen erhält Trinkwasser vom Wasserwerk Niedernhall. Das dortige Rohwasser wird aus fördertechnischen Gründen im Wasserwerk Bronn aufbereitet.

Wasseraufbereitung

Im Wasserwerk Niedernhall wird das Rohwasser nach modernsten technischen und ökologischen Maßgaben in mehreren Schritten aufbereitet:
SCHRITT 1:

Trübstoffentfernung


Das unbehandelte Wasser wird aus den beiden Rohwasserkammern in die Ultrafiltrationsanlage geleitet. Bei der Ultrafiltration werden ungelöste Teilchen (Partikel) und Krankheitserreger (Bakterien und Viren) durch eine poröse Membran wie bei einem Sieb zu 100 Prozent herausgefiltert. Die Membran hält alle Stoffe größer als 0,01 µm (= 0,00001 mm) zurück.
SCHRITT 2:

Enthärtung


Im Wasserwerk wurde zur (Teil-)Entfernung der Härtebildner Calcium und Magnesium aus dem Rohwasser sowie zur Reduzierung von Nitrat und Sulfat eine Ionenaustauschanlage installiert. Die Wasserhärte wird von durchschnittlich ca. 27 °dH (Härtebereich hart) auf 13-14 °dH (Härtebereich mittel) reduziert.
SCHRITT 3:

Entsäuerung


Im nachgeschalteten Riesler wird das Trinkwasser anschließend belüftet. Dadurch wird die überschüssige Kohlensäure, die sich während der Enthärtung im Wasser ansammelt, entfernt (mechanische Entsäuerung).
SCHRITT 4:

UV-Desinfektion


Um zu vermeiden, dass im Fall einer schadhaften Ultrafiltrationsmembran Mikroorganismen ins Reinwasser gelangen können, ist als zusätzliche Sicherheitsstufe eine UV-Desinfektionsanlage installiert. Auf die Dosierung von Chlor im Normalbetrieb kann deshalb verzichtet werden.
Messgröße / ParameterEinheitlfd. Nr.Grenzwert TrinkwVAnalysewert
Mikrobiologische Parameter, Anlage 1 - Teil 1
Escherichia coli Anz./100 mL100
EnterokokkenAnz./100 mL200
Chemische Parameter, Anlage 2 - Teil 1
Acrylamid mg/L10,0001n.e.
Benzolmg/L20,001< 0,00010
Bormg/L310,04
Bromatmg/L40,01< 0,002
Chrommg/L50,05< 0,00050
Cyanidmg/L60,05< 0,0050
1,2-Dichlorethanmg/L70,003< 0,0005
Fluoridmg/L81,50,14
Nitratmg/L95015,2
Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte
je Einzelsubstanz mg/L100,0001< 0,00003
Summe Einzelsubstanzenmg/L110,0005n.n.
Quecksilbermg/L120,001< 0,0001
Selenmg/L130,01< 0,0005
Tetrachlorethen + Trichlorethenmg/L140,01< 0,0002
Uranmg/L150,010,00040
Chemische Parameter, Anlage 2 - Teil 2
Antimonmg/L10,005< 0,0005
Arsenmg/L20,01< 0,001
Benzo-(a)-pyrenmg/L30,00001< 0,000002
Bleimg/L40,01< 0,001
Cadmiummg/L50,003< 0,0003
Epichlorhydrin mg/L60,0001n.e.
Kupfermg/L72< 0,005
Nickelmg/L80,02< 0,002
Nitritmg/L90,5< 0,004
Polycycl. arom. Kohlenwasserstoffe mg/L100,0001< 0,000002
Trihalogenmethane mg/L110,05< 0,0003
Vinylchlorid mg/L120,0005< 0,0001
Indikatorparameter, Anlage 3/3A - Teil 1
Aluminiummg/L10,2< 0,02
Ammoniummg/L20,50,01
Chloridmg/L325041,8
Clostridium perfringens (einschl. Sporen)Anz./100 mL400
Coliforme BakterienAnz./100 mL500
Eisenmg/L60,2< 0,005
Färbung (SAK 436 nm)1/m70,5< 0,02
GeruchTON83 bei 23°C1
Geschmack-9-neutral
Koloniezahl bei 22 °CAnzahl/mL1020/mL0
Koloniezahl bei 36 °CAnzahl/mL11100/mL0
Elektrische Leitfähigkeit (25 °C)µS/cm122790622
Manganmg/L130,05< 0,005
Natriummg/L1420031,8
Organisch geb. Kohlenstoff (TOC)mg/L15-0,6
Oxidierbarkeitmg/L O2165,0
Sulfatmg/L1725051,6
TrübungFNU181< 0,05
pH-Wert-196,5 u. 9,57,54
Calcitlösekapazitätmg/L205-7,9
TritiumBq/L2100n.d.
GesamtrichtdosismSv/Jahr30,1n.d.
Weitere Parameter (Wasch- und Reinigungsmittelgesetz)
Säurekapazität bis pH 4,3mol/m34,10
Carbonathärte°dH11,5
Calciummg/L76,3
Magnesiummg/L13,9
Kaliummg/L2,8
Summe Erdalkalienmol/m32,47
Gesamthärte°dH13,8
Härtebereich-mittel (2)
Wasserwerk Bronn
Wasserwerk Grimmbach
Wasserwerk Heilberg
Wasserwerk Kregelberg
Wasserwerk Kupfer
Wasserwerk Murrtal
Wasserwerk Niedernhall
Wasserwerk Schweighausen
Wasserwerk Wart
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